Wiederinbetriebnahme einer weiteren Verbrennungslinie in Leverkusen-Bürrig


Aufgrund der Explosion eines Abfalltanks im Juli 2021 wurde die gesamte Sonderabfallverbrennungsanlage (SAV) der Fa. Currenta in Leverkusen – Bürrig vorübergehend außer Betrieb genommen. Sie besteht aus 4 Verbrennungslinien. Die Verbrennungslinie 1 (VA 1) ist bereits im Juni 2022 mit einem stark reduzierten Abfallspektrum und unter strengen Sicherheitsauflagen wieder in Betrieb gegangen. In einem weiteren Schritt soll in der Verbrennungslinie 4 (VA 4) die Verbrennung eines flüssigen Abwasserkonzentrats – wie vor dem Explosionsereignis – wiederaufgenommen werden, das nicht in einer Kläranlage behandelt werden kann. Diese Verbrennungslinie war vom Explosions- und Brandereignis im Juli 2021 nur mittelbar und geringfügig betroffen.

Entsprechend der unmittelbar nach dem Ereignis vom Juli 2021 gegenüber der Fa. Currenta erlassenen Ordnungsverfügung der Bezirksregierung Köln zur Durchführung einer sicherheitstechnischen Prüfung, war durch eine zugelassene Sachverständigenorganisation neben der Untersuchung der Unfallursache auch die Möglichkeit der Wiederinbetriebnahme von Anlagenteilen der SAV zu prüfen. Im Dezember 2022 hat der beauftragte Sachverständige ein Gutachten zur Wiederinbetriebnahme der VA 4 vorgelegt. In das Gutachten sind Fragestellungen und Erkenntnisse aus Fachgesprächen mit dem Landesumweltamt und der Bezirksregierung Köln aufgenommen worden. Gegenstand des Gutachtens ist neben der Sicherheit in allen Stufen der Abfallentsorgung auch der technisch einwandfreie Zustand der Anlage. Im Ergebnis kommt der Gutachter zu dem Schluss, dass gegen die Wiederinbetriebnahme der VA 4 keine Bedenken bestehen.

Ergänzend hat auch das auf Veranlassung der Bezirksregierung von der Fa. Currenta beauftragte Gutachterteam um Prof. Dr. Jochum die vorgesehene Wiederinbetriebnahme der VA 4 bewertet. Das Gutachterteam kommt ebenfalls zu dem Schluss, dass die Wiederinbetriebnahme der VA 4 möglich und verantwortbar ist. Die Absicht des Betreibers, die Anlage wieder in Betrieb zu nehmen, war durch das Gutachterteam Jochum in mehreren Sitzungen des sogenannten Begleitkreises seit August 2022 vorgestellt und auch auf der Webseite des Begleitkreises kommuniziert worden. Der Entwurf des Gutachtens des Teams Jochum zur Wiederinbetriebnahme wurde dem Begleitkreis mit der Gelegenheit zur Stellungnahme übersandt. Das Brandereignis vom 5.1.2023 im Materialbunker einer anderen Verbrennungseinheit wurde von der Bezirksregierung geprüft, woraus sich keine Auswirkungen auf die Wiederinbetriebnahme der hiervon unabhängigen VA 4 ergaben.

Aufgrund der geführten Fachgespräche, der Prüfung des Gutachtens des beauftragten Sachverständigen, der Kontrolle der Angaben in einem Vor-Ort-Termin und der positiven Stellungnahme des Gutachterteams Jochum bestehen aus Sicht der BR Köln keine Bedenken, die VA 4 wieder in Betrieb zu nehmen. Nach Angaben der Fa. Currenta ist die Wiederaufnahme der Abfallverbrennung für den 6. Januar vorgesehen.