Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021


Ergebnisse der Höhenmessungen in Erftstadt-Blessem

Die Hochwasserkatastrophe im Sommer 2021 führte in weiten Landesteilen zu erheblichen Überschwemmungen und Schäden. Im besonderen Maße war Erftstadt-Blessem betroffen. Die Ortschaft und die nahegelegene Kiesgrube wurden überflutet; es kam zu weiträumigen rückschreitenden Erosionserscheinungen. Teile von Erftstadt-Blessem mussten temporär evakuiert werden.

Zur Beurteilung der Stabilität des Untergrundes wurden seitens der Abteilung 7 „Geobasis NRW“ der Bezirksregierung Köln wenige Tage nach dem Ereignis mehrere Höhenmessungen im Katastrophengebiet durchgeführt, die zur Analyse und Gefahrenbeurteilung dem Geologischen Dienst NRW zur Verfügung gestellt wurden.

Erftstadt-Blessem liegt im Rheinischen Revier und somit im Wirkbereich der für den Braunkohlenbergbau erfolgenden Grundwasserabsenkung. In diesem Gebiet führt Geobasis NRW regelmäßig großräumige, sogenannte Leitnivellements durch. Diese Höhenmessungen liefern in regelmäßigen Zeitabständen (4 bis 5 Jahre) aktualisierte Höhenangaben für Messpunkte an den Messungslinien. Hierdurch kann ein zeitliches Bodenbewegungsverhalten beobachtet und dokumentiert werden.

Aktuell wurde im Mai 2022 im Rheinischen Revier erneut ein Leitnivellement durchgeführt, das auch das im Sommer 2021 angelegte Messnetz durch Erftstadt-Blessem enthält. Mit diesen Daten konnte die Deformationsanalyse für die Ortslage Blessem nun um eine weitere Epoche ergänzt werden. Die Ergebnisse zeigen, dass nach den geringen Senkungen im Millimeterbereich im Zeitraum zwischen Juli und August 2021 nun geringe Hebungen in der Größenordnung weniger Millimeter eingetreten sind. Diese Bewegungen werden überlagert von einer großräumigen Absenkung der Tagesoberfläche im Rheinischen Revier. Diese Absenkung vollzog sich über die letzten Jahre gleichförmig und liegt im Bereich von Erftstadt-Blessem bei ca. 8 mm/Jahr.

Eine erste Wertung der Ergebnisse durch Professor Strauß vom Geologischen Dienst NRW lässt den Rückschluss zu, dass sich durch einwirkende Wasserlasten im Überschwemmungsgebiet zunächst geringe Bodensenkungen einstellten und die anschließende Entlastung zu der beobachteten relativen Hebung in Erftstadt-Blessem geführt hat.

Die insgesamt geringen und gleichförmigen Bewegungsraten lassen Instabilitäten oder Gebäudeschäden nicht erwarten. Das Monitoring der Höhenänderungen wird künftig im Rahmen der Leitnivellements durch die Abteilung 7 „Geobasis NRW“ der Bezirksregierung Köln sichergestellt.