Explosion des Abfalltanks wird weiter untersucht


Der mit der Untersuchung des Explosions- und Brandereignisses im Tanklager der SMVA Leverkusen am 27.07.2021 beauftragte Sachverständige hat den dritten Zwischenbericht vorgelegt. Der dritte Zwischenbericht umfasst im Wesentlichen weitere Informationen zur Anlagentechnik und ergänzende Erkenntnisse aus den laufenden Untersuchungen. Es wird bestätigt, dass die Lagerung eines flüssigen Abfallstoffes oberhalb der Selbsterwärmungstemperatur als technische Ursache für eine sich selbst beschleunigende Reaktion mit dem daraus resultierenden weiteren Temperatur- und Druckanstieg und einem nachfolgenden Behälterzerknall anzusehen ist. Bekannt ist mittlerweile, dass ein temperaturempfindlicher, zur Zersetzung neigender Abfall aus Dänemark zweimal bei der SMVA Leverkusen zur Verbrennung angeliefert wurde. Bei der ersten Anlieferung wurde der Abfall ohne Probleme über eine Sonderleitung, d.h. ohne Überführung in einen fest installierten Tank, in die Verbrennung gegeben. Bei der zweiten Anlieferung wurde der Abfall vor Verbrennung in einem Tank zwischengelagert. Im Tank kam es zu einer Erwärmung des Abfalls. Die dadurch ausgelöste thermische Zersetzung konnte nicht mehr gestoppt werden. Warum es zu einer Erwärmung kam, ist noch Gegenstand weiterer Untersuchungen. Dazu werden auch die organisatorischen Abläufe und das Sicherheitsmanagement bei der Behandlung von Abfällen in der SMVA Leverkusen sowie die Stoffeigenschaften und Deklaration des Abfalls durch den Erzeuger von den unabhängigen Gutachtern nach § 29a BImSchG überprüft. Diese Arbeiten sind noch nicht abgeschlossen.

Ein funktionierendes Sicherheitsmanagementsystem ist ebenso wie die technische Integrität der betroffenen Anlagen die Voraussetzung für deren künftige Wiederinbetriebnahme. Die für den Unfall im Tanklager relevanten Ursachen sind vorher aufzuklären und Maßnahmen zur Verhinderung vergleichbarer Unfälle festzulegen und umzusetzen. Zur Aufklärung der Ursachen dieses Unfalls und Bewertung der von der Fa. Currenta ergriffenen Maßnahmen hat die Fa. Currenta bereits auf Anordnung der Bezirksregierung Köln unabhängige Sachverständige nach § 29a BImSchG beauftragt.

Zusätzlich ist eine übergreifende Prüfung des Sicherheitsmanagementsystems durch ein unabhängiges Gutachterteam unter Leitung des langjährigen Vorsitzenden der Kommission für Anlagensicherheit, Prof. Dr. Christian Jochum, vorgesehen. Dieses Team soll noch im Dezember die Arbeit aufnehmen.