Bezirksregierung Köln unterstützt die Landwirtschaft in NRW für mehr Effizienz und einen schonenderen Umgang mit der Natur


Das Navigieren beim Fahren mit dem Auto und in der Freizeit beim Wandern und Fahrradfahren gehört seit vielen Jahren für die meisten Menschen zum Alltag. Jeder Zustelldienst, jeder Taxifahrer und jeder Pizza-Dienst erreicht ohne diese Technik heute kaum noch effizient sein Ziel. In all diesen Bereichen sind Positionsgenauigkeiten mit Navis und Handys von rund drei Metern vollkommen ausreichend.

Für hochpräzise Anwendungen bietet die Landesvermessung seit über zwei Jahrzehnten unter anderem Echtzeitdienste zur Verbesserung der Positionsbestimmung. Mit Hilfe von 27 Referenzstationen in Nordrhein-Westfalen ermittelt die Abteilung Geobasis NRW bei der Bezirksregierung Köln Korrekturdaten, die eine zentimetergenaue Positionsbestimmung erlauben. Die Nutzung des Satellitenpositionierungsdienstes SAPOS® beschränkte sich bisher im Wesentlichen auf Liegenschaftsvermessungen, also die hochpräzise Vermessung von Grundstücksgrenzen.

Mit der Agrarministerkonferenz im Jahr 2017 zur Stärkung der Innovation und Digitalisierung der Landwirtschaft, änderte sich das Einsatzgebiet von SAPOS® schlagartig. Durch einen Beschluss sollte SAPOS® für das autonome Fahren in der Landwirtschaft als Baustein des sogenannten Smart Farmings genutzt werden. Seither lassen sich unter anderem mit Hilfe von SAPOS® landwirtschaftliche Maschinen mit satellitengestützten Lenksystemen zentimetergenau in Echtzeit steuern. Auf diese Weise wird ein Acker ohne Überlappungen gepflügt, bepflanzt, gedüngt und abgeerntet – das spart nicht nur Zeit und Treibstoff, sondern schont auch die Natur mit der verminderten Ausgabe von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Notwendig dafür ist die meist bei Landwirten bereits vorhandene Empfangs-Technik.

Obwohl die Dienste bis 2018 nahezu ausschließlich durch vermessungstechnisches Fachpersonal genutzt wurden, stellen die landwirtschaftlichen Anwendungen in NRW mit etwa 2400 Nutzern und mehr als 4700 Endgeräten inzwischen etwa 40% der Nutzer dar – Tendenz steigend! In landwirtschaftlich arbeitsintensiven Monaten liegt der Anteil der Nutzung am Hochpräzisen Echtzeitpositionsservice (HEPS) bei über 70%.

Die Nutzung des SAPOS®-Dienstes ist in NRW grundsätzlich kostenfrei. In den übrigen Bundesländern ist die Nutzung teilweise ebenfalls kostenfrei oder für die Landwirtschaft über Sonderkonditionen geregelt – Auskunft geben die jeweiligen Landesvermessungsstellen der Länder.

SAPOS® ist Teil des gesetzlichen Auftrags der deutschen Landesvermessung und berechnet Korrekturdaten für Globale Satellitenpositionierungssysteme (GNSS) wie das amerikanische GPS und das europäische Galileo.