Arbeiten in den Ferien: Gefährliche Jobs und Akkordarbeit sind tabu


In NRW haben die Schulferien begonnen. Das ist für viele der Schülerinnen und Schüler, die perfekte Gelegenheit ihr Taschengeld aufzubessern. Diese kurzfristigen Jobs sind sehr begehrt und im Grunde kein Problem; wenn Eltern, Schüler und Arbeitgeber das Jugendarbeitsschutzgesetz beachten.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz gilt für alle Beschäftigten unter 18 Jahren. Um in den Ferien arbeiten zu dürfen, müssen die Schüler*innen mindestens 15 Jahre alt sein. Ist die Vollzeitschulpflicht (10 Jahre in NRW; Gymnasien i.d.R. 9 Jahre) noch nicht abgeleistet, darf das Beschäftigungsverhältnis vier Wochen (20 Tage) im Kalenderjahr nicht überschreiten. Täglich dürfen 8 Stunden und wöchentlich nicht mehr als 40 Stunden gearbeitet werden. Nach viereinhalb Stunden steht den Jugendlichen eine 15 Minütige Pause zu. Bei einer Arbeitszeit von bis zu 6 Stunden beträgt die Pausenzeit 30 Minuten, über 6 Stunden 60 Minuten Pausenzeit. Gearbeitet werden darf nur an 5 Tagen in der Woche, denn Samstags, sowie Sonn- und Feiertags ist die Beschäftigung von Jugendlichen grundsätzlich verboten. Es gibt jedoch eine Reihe an Ausnahmereglungen, wie z.B. für das Hotel- und Gaststättengewerbe oder für die Heil- und Pflegeberufe.

Auch die Beschäftigung während der Nachtzeit (20 Uhr – 6 Uhr) ist unzulässig. Allerdings gibt es auch hier eine Reihe von Ausnahmeregeln, so z.B. für Jugendliche über 16 Jahren in mehrschichtigen Betrieben).

Wichtig ist, steht ein Job dem Erholungswert in den Ferien oder den Leistungen in der Schule im Wege, ist er tabu. Es sind also nur einfache und für Jugendliche geeignete Jobs erlaubt. Das sind Arbeiten die die Leistungsfähigkeit der Schüler*innen nicht übersteigt, nicht mit Unfallgefahren verbunden sind und bei denen sie keiner schädlichen Einwirkung, wie Gefahrenstoffe, ausgesetzt sind. Akkordarbeit und gefährliche Jobs sind also tabu. Hierzu zählen arbeiten an z.B. Kreissägen oder der Umgang mit Säuren. Jobs wie das Verteilen von Zeitungen und Werbematerialen oder Telefondienste sind geeignet.

Die Schüler*innen sind, während der Tätigkeit, sowie auf dem Hin- und Rückweg, durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Die Versicherung leistet die Rehabilitation und finanzielle Entschädigung, wenn es zu einem Arbeitsunfall kommt. Zuständig ist der Unfallversicherungsträger, dem das Unternehmen angehört.

Alles rund um das Thema Arbeitsschutz, sowie Fragen finden Sie unter www.komnet.nrw.de