Strom von der Rolle? Kabeltrommeln im Check!


Wie steht es eigentlich um die Sicherheit von Kabeltrommeln?

Strom von der Rolle? Kabeltrommeln im Check!

Kabeltrommeln - im Fachjargon auch „Leitungsroller“ genannt – finden sich fast in jedem Haushalt. Aber nicht nur dort sind sie anzutreffen. Auf Baustellen, in Werkstätten oder in Geschäftsräumen sind Kabeltrommeln ein viel genutztes Arbeitsmittel. Mit dem Start in die Gartensaison wird die Kabeltrommel auch im Freien wieder häufiger zum Einsatz kommen.

Aber wie steht es eigentlich um die Sicherheit von Kabeltrommeln?

Dieser Frage ist die Bezirksregierung in einem Projekt nachgegangen. Hierzu haben die Mitarbeiter des Dezernates für Produktsicherheit in den vergangenen Monaten 20 Kabeltrommeln verschiedener Hersteller als sogenannte Produktprobe gezogen und umfassend überprüft. Neben der richtigen Kennzeichnung, wie zum Beispiel den Herstellerangaben, der maximalen Anschlussleistung und der CE Kennzeichnung, wurde auch die technische Sicherheit der Kabeltrommeln untersucht. Dazu gehörten Prüfungen mit Spritzwasser, das Testen der Thermo-Überlastungssicherung und die Kontrolle der flexiblen Leitung und des Leitungsanschlusses.

Das Projekt „Leitungsroller“ war Teil des NRW-weiten Programms „Sicherheit im Garten“. Hierbei hat die Bezirksregierung Köln mit der Geräteuntersuchungsstelle des Landesinstituts für Arbeitsgestaltung NRW (LIA NRW) zusammen gearbeitet. Aber auch bundesländerübergreifend bestand im Projekt eine Kooperation mit dem Thüringer Landesamt für Verbraucherschutz.

Erfreulicherweise gaben weder der Spritzwasserschutz, noch die Funktionalität der Thermo Überlastsicherung bei den getesteten Kabeltrommeln Grund zur Beunruhigung. Allerdings ließen sich rund ein Drittel der Kabeltrommeln mit handelsüblichem Werkzeug öffnen, obwohl bei diesen herstellerseitig nicht vorgesehen war, Reparaturen z.B. durch Ersatz des Stromkabels vorzunehmen. Durch diesen Umstand steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass Kabeltrommeln auch von elektrotechnisch nicht Fachkundigen geöffnet werden. Dabei besteht einerseits Stromschlaggefahr, da stromführende Teile berührt werden können. Andererseits kann die elektrische Sicherheit der Kabeltrommel Schaden nehmen. Hier müssen die Hersteller Abhilfe schaffen, zum Beispiel durch die Verwendung von Schrauben mit speziellen Schraubenkopfformen. Daneben konnten formale Mängel festgestellt werden, wie fehlende Angaben des Nennstroms und des Schutzleitersymbols. Um die gefundenen Mängel möglichst an der Quelle abzustellen, wurden die Marktüberwachungsbehörden verständigt, die für den Sitz des Herstellers der jeweiligen Kabeltrommel örtlich zuständig sind. Dort werden die Mängel dann weiter verfolgt.

Worauf sollten Verbraucher beim Kauf und der Verwendung von Kabeltrommeln nun achten?

  • den geplanten Anwendungsbereich: Soll die Kabeltrommel nur innen verwendet werden oder kommt sie auch im Außenbereich zum Einsatz? Für die Verwendung im Außenbereich muss sie mindestens über einen IP-Schutzgrad von IP44 verfügen.
  • die benötigte Kabellänge: Eine größere Kabellänge bedeutet einen weiteren Anwendungsbereich, aber auch höhere Kosten und ein höheres Geweicht der Kabeltrommel.
  • die korrekte Kennzeichnung der Kabeltrommel, unter anderem mit Herstellername, Herstelleradresse und CE Kennzeichnung: Mit der CE Kennzeichnung versichert der Hersteller, dass er die gesetzlichen Vorschriften eingehalten hat. Dazu zählen auch die sicherheitstechnischen Anforderungen.
  • den eingebauten Thermo-/Überhitzungsschutz: Dieser Schutz unterbricht den Stromfluss bei Überhitzung der Kabeltrommel. Ohne diesen Schutz kann die Kabeltrommel überhitzen. Es kommt zum Kabelbrand, der dann auch auf die Umgebung der Kabeltrommel übergreifen kann.
  • die maximal anschließbare Leistung in Watt: Zwar kann man an eine Kabeltrommel gleichzeitig verschiedene Elektrogeräte anschließen und benutzen. Doch muss man hier unbedingt die maximale Leistung beachten, welche die angeschlossenen Geräte zusammen haben dürfen. Diese ist bei einer aufgerollten Trommel weitaus geringer, als bei einer komplett abgewickelten. Die Gefahr von Überhitzung und Kabelbrand ist bei aufgewickelter Kabeltrommel damit erheblich größer. Die maximalen Leistungswerte für den auf- und den abgewickelten Zustand müssen auf der Kabeltrommel angegeben sein. Also: Für maximale Sicherheit und längste Nutzungsdauer muss man Kabeltrommeln vor der Benutzung immer komplett abrollen. Dies gilt auch dann, wenn ein Thermoschutz vorhanden ist!